Auswertung J-Humus-Woche

Die J-Humus-Woche ist vorüber und wir können sie nun “die erste” nennen. Alle TeilnehmerInnen waren vom Format begeistert oder zumindest froh dagewesen zu sein. So wurde sich von einer überragenden Mehrheit die Organisation einer weiteren J-Humus-Woche gewünscht. 

Persönliches Wachstum, prägende Erfahrungen und nachklingende Diskussionen haben unsere Zeit geprägt und ein Ergebnis ist für euch besonders relevant: “Die Anleitung zur Revolution”* wird zeitnah umgeschrieben. Es wird nun “Anleitungen zur Revolution” geben, diese könnt ihr ergänzen, eigene einreichen und auf der nächsten J-Humus-Woche mit anderen Menschen, die unsere Vision teilen, diskutieren. Die J-Humus-Wochen werden DAS Forum um diese Anleitungen zu diskutieren und zu fühlen.

*Revolution: Wandel hin zu einer Gesellschaft die ALLEN Menschen Sicherheit und Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Erfahrungsbericht von Maxim Wermke – Berlin 20.6.19.
Die J-Humus-Woche ist vorbei. Sie sollte ein einmaliges Event sein, dass als eine Art Nordung funktioniert: Was können wir effektiv für eine harmonische Welt unternehmen, die allen Menschen Sicherheit und Entfaltungsmöglichkeiten gibt, regiert durch Menschlichkeit, Empathie und Reflektion (J-Vision).

50 verschiedenste Akteure die auf ihre eigene Art und weise bereits versuchen die Welt zu verbessern und solche Menschen die etwas beitragen wollen wurden eingeladen, zusammengebracht und was passierte überraschte wahrscheinlich alle – außer vermutlich dem Begründer der Humus-Festivals.
Für mich persönlich ist am zweiten Tag des Rahmenprogramms eine Welt zusammengebrochen. Unsere Humus-Woche bestand zur Hälfte aus Menschen die zuvor am “Lernpfad” teilgenommen haben und so in einer sehr speziellen Konstellation, und nicht so wie vorher vereinbart in dieses Gruppenexperiment geraten sind. Der Frauenanteil glich unseren überhöhten Männeranteil aus, die TeilnehmerInnen hatten zwischen den Events faktisch keine Pause (viele waren daher überfordert), waren anders als alle anderen TeilnehmerInnen nicht klar über das Rahmenprogramm informiert worden und hatten einen gewissen Gruppenzusammenhalt der andere Prozesse schwieriger machte.

Nach,beziehungsweise bei, einem kleinen Plenum vor den geplanten Diskussionsrunden am zweiten Abend gab es eine Rederunde, nach der ich keine Lust mehr hatte irgendwas zu sagen. Aufgeregt über die Situation die für mich unergründlich eskaliert ist, beschloss ich erstmal nichts mehr zu sagen und malte eine schlechte Zeichnung, in der zwei Menschen an einem Mensch mit schwerer Armverletzung vorbei gingen und Nummer 1 sagt: “Schnell lass uns helfen!”. Nummer 2 antwortet: “Ich fühle mich mit meinen Emotionen nicht ernst genommen und würde gerne darüber erstmal reden.”
Verstand ein Teil dieser Menschen nicht, dass es weiterhin ca 40 Millionen Sklaven gibt und all die Probleme die gerade innerhalb unserer Gruppe auftraten, absolute Luxusprobleme sind und es nicht darum gehen sollte, ob jemand mit dem Rahmenprogramm gerade zufrieden ist und sich unter druck gesetzt fühlt mit zu machen (auch wenn es keine Verbote gibt)?  Ich beschloss das Event selbst zu bestreiken und nichts mehr zu organisieren.
Die geplante Diskussions-/Rederunde an der ich als nächstes teilnehmen wollte, hat dann genauso stattgefunden wie ich es eigentlich geplant hatte, ohne das ich dafür noch etwas getan habe – mit mir.  (War auch eine sehr wertvolle Diskussion!)

Am nächsten Tag wurde ich durch “Kowa” geweckt, der fragte ob ich mitkomme einkaufen – ich hab das Geld. Das habe ich getan, mit ihm Zeit verbringen fand ich einen schönen Ausblick. So half ich letztlich doch beim Frühstück machen – wofür unsere ‘Himmelsrichtung’ diesen morgen dran war. Aber ich naschte Schokolade und bezahlte Kaffee und seinen Energydrink – auch wenn er diese bezahlen wollte und wir sie quasi nicht hätten bezahlen dürfen. Aber ich war ja auch im Streik – schließlich schien sich ja ‘niemand’ an die vorherigen Vereinbarungen halten zu wollen/ müssen.

Nach dem Frühstück führte ich ein sehr intensives Gespräch mit “Noa” über Illusionen von Wegen für Wandel, Entfremdung und Gruppenorganisation ohne Hierarchie. Irgendwann stellte ich fest, dass ich voll im Plan des Rahmenprogramms war. Die Tagesmottos für diesen Tag waren: “Fokus, Pause, Zusammenkommen & Feiern”. Fokussierte Gespräche hatte ich. Pause auch, aber vor allem heißt das Motto (bzw “Schild”) gar nicht Pause, sondern “Pause / Streik”. Da man schlecht im Rahmenprogramm planen kann das Rahmenprogramm zu bestreiken, wurde das Motto lediglich nicht so genannt… Als ich feststellte wie stark ich im eigentlichen Plan nach der 8-Schilde-Pädagogik auf Kurs war, fasste ich neue Motivation. Das “Feiern” am Abend gab mir Inspiration und ich fand Antworten auf Fragen, für die ich die Humus-Woche initiiert hatte, aus mir vorher unbekannten Richtungen. Aber das war auch eine der Hauptmotivation der J-Humus-Woche:
Die Macht des Unbekannten entfalten.

Und so lernte ich, warum in Gruppen viele Menschen sich an Diskussionen nicht beteiligen, die Bedeutung der emotionalen Ebene und wie schwer es eigentlich ist, selbst Menschen die das gleiche Ziel haben auf einen gemeinsamen Nenner zu bekommen. Ich lernte den Wert von langsamen Lösungen, die die Menschen nicht spalten, sondern vereinen, in Eigenverantwortung und Organisation bringen, die Inspirieren, fördern und fordern. Und ich lernte anhand des Extrembeispiels ‚Bernhard‘, der das Gelände verwaltet, wie auch ich mit meiner zu dominanten Art meinem eigenem Projekt teilweise im Weg stand.
Ich war auf der Suche nach etwas, das einem großen Masterplan nahe kommt und fand meinen persönlichen Masterplan in dem, was ich vorher teilweise schon wusste.

Und auch die Bedeutung von Visionen und (gemeinsamen) Träumen wurde mir nochmal bewusst: Auch wenn wir gewisse Ziele/ Visionen nicht in unser Lebzeit erreichen können, so geben sie uns doch eine Richtung und Priorisierung, lassen uns wichtige Dinge nicht vergessen und sorgen so für eine wirklich positive Entwicklung. 

Lasst uns gemeinsam von einer Zukunft träumen, so perfekt, wie wir sie uns vorstellen können. Lasst uns dann zurück kommen ins jetzt und auf auf dem Weg gemeinsame Schnittpunkte finden. Lasst uns noch einmal an die Zukunft denken: Wie soll dein, unser Leben in drei Jahren aussehen? Beachte, dass man sich in einem Dreijahreszeitraum meist unterschätzt. 

Wenn wir die Zukunft nicht planen/träumen, dann werden die Menschen unsere Zukunft gestalten, die genau das tun. Und einem seid Euch gewiss: Die Konzerne, Kapitalinhaber und dessen leitende Angestellte tun genau das!
Doch wir lassen unsere Welt nicht von Konzernen gestalten!

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