Archiv des Autors: Maxim Wermke

Party

Nach Feedbacks wie „Nur noch so feiern“ und zahlreichen Wünschen von Orga und Gästen,
sind wir nun in der Vorbereitung der 2. Unite Party.

  • Am 11.10. wurde der Meilenstein – 140 Tickets für die Hallenmiete zu verkaufen – erreicht. Danke an alle HelferInnen!
  • Die Party Planung ist in vollem Gange!

Details zur Party jibt’s hier:
https://www.facebook.com/events/1123197007830335/

Projekt „WahlLos e. V.“

Entstehung

Nach der Gründung der J-MeinGut AG 2016-2017 haben wir bei der Promotion und im allgemeinen Austausch viel über Entscheidungsfindung geredet. Es wurde über Eigentum, dessen Verteilung und aktuelle sowie mögliche Gestaltungsformen informiert. Ganz besonders jedoch wurde über die Wechselwirkung von Eigentum und Politik diskutiert und wie man daran etwas ändern könnte.
Das provokative Projekt „J-AG“, das aus einer Aktiengesellschaft Gemeingut machen will, hat zum Einen gezeigt, wie vereint die Menschen bei der Kritik der aktuellen Eigentumsverteilung sind, aber vor allem auch, dass in Deutschland ein mangelndes Verständnis zur Geschichte der Demokratie herrscht und aktuell gar Politiksysteme mit gelosten Repräsentanten zumeist außerhalb der Vorstellungskraft der meisten Menschen liegen.

Der noch nicht gegründete „WahlLos e. V.“ soll daher Aufklärungs- und Forschungsarbeit für die Urform der Demokratie leisten: Repräsentantenwahl per Los. Das Lossystem war von der Demokratie nicht wegdenkbar, bis mit der französichen Revolution das Wahlsystem staatlich eingeführt wurde, sodass die Gestalter der neuen Demokratie die Macht gleich behalten konnten.
Wenn sich die ersten 100 Leute für das Hauptprojekt des WahlLos e. V. verpflichtet haben, wird die Vereinsgründung beginnen (vermutlich Ende 2018) und wir werden folgende These auf den Prüfstand stellen:

These: Über geloste Repräsentanten lässt sich die deutsche Politik retten

In kleinen Gemeinden ist direkte Demokratie noch sehr effektiv, doch die Anzahl von Entscheidungen und deren Komplexität auf Bundesebene lassen Probleme, für deren Lösung eine intensive Auseinandersetzung nötig ist, entstehen. Sowohl „Ja-Nein“-Entscheidungen als auch die Informationsressourcen der Entscheider kommen an Ihre Grenzen. Für gute Entscheidungen wird eine kleinere Zahl von Menschen benötigt, die sich intensiv mit einem Thema beschäftigen können und dafür auch Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen: Repräsentanten. Dafür müssen wir jedoch nicht abstimmen, wer das sein soll. Eine unvoreingenommene Lösung zu finden – von der man selbst nicht unbedingt profitiert – ist eine Bürde, die man per Abstimmung gar nicht fair vergeben kann. Wahrscheinlich sind solche Abstimmungen nicht nur ein aufwendiger, sondern auch ein schlechter Weg für gute Repräsentation.
Auf Grund zahlreicher Forschungen, Überlegungen und Workshops vermuten wir, dass ein geloster Bürgerkonvent die erste gute Alternative zur Volksabstimmung ist und sich auf Bundesebene auch die Repräsentantenwahl gut mit dem Los ergänzen lässt.

Doch vermuten ist uns nicht genug. Passend zur Anleitung für Wandel schaffen wir daher Praxiserfahrung, Reichweite, effektive Wege für Engagement und ein Besonderes Event, mit dem wir auf mehreren Ebenen einer Welt, regiert durch Menschlichkeit statt Geld, ein großes Stück näher kommen.

1000 Commitments machen Wandel möglich. /“Wenn sich 1000 Leute finden, die bereit sind für folgendes 50€ zu spenden, würdest du es dann auch tun ?“

Wenn sich 1000 Leute selbst verpflichten („committen“), für etwas Größeres gemeinsam einzustehen, dann können geniale Sachen entstehen. Während der WahlLos e. V. auf Events und online regelmäßige Lose in eigenständigen Losrunden „verkaufen“ soll, ist das aktuelle Hauptprojektziel folgendes:
Wir wollen 1100 Selbstverpflichtungen zu Spenden in Höhe von 50 € sammeln und aus allen Spendern  48 Repräsentanten auslosen, die über die Verwendung der so verfügbaren 50.000 € entscheiden. Die Anzahl der Unterstützer und die beeindruckende Summe machen das Event sehr medienwirksam, aber zugleich erreichbar, wirksam einsetzbar und doch nicht pompös.
Vereinfacht gesagt, brauchen wir 1.000 Leute, um über 50.000 € zu entscheiden. Doch zur ordentlichen Umsetzung/ Finanzierung werden entweder Fördergelder oder 100 extra Beiträge über 50 € benötigt. (5000 € sind für die Eventumsetzung vorgesehen. Zum Einen werden Räume und professionelle Moderation benötigt; zum Anderen soll Verpflegung finanziert werden, damit die TeilnehmerInnen sich auf die Diskussion konzentrieren können. Um finanziell schlechter gestellten auch eine faire Mitmachmöglichkeit zu geben, sollen mindestens Fahrtkosten und bei Bedarf auch eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden können.)

Mit diesem und kleineren Events wollen wir herausfinden, ab welcher Gruppengröße Menschen sich repräsentiert fühlen und wie angemessen diese Erwartungen an Repräsentationszahlen sind. Kurz gesagt wollen wir also herausfinden, wie die Zufriedenheit der Ergebnisse mit den Erwartungen korreliert.
Weiterhin wollen wir Moderationsformen testen und ganz besonders die Repräsentatenwahl per Los erlebbar machen und so die gut erforschte Theorie in deutscher Praxis testen. Ein schöner Nebeneffekt: als gemeinnütziger Verein werden wir steuerlich gefördert Spenden für durchdachte Zwecke sammeln, da sich für die Entscheidung, was mit den Geldern der Losrunden passiert, intensiv von gelosten Spendern auseinander gesetzt wird. Somit können wir diese steuerlichen Förderungen auch Projekten ermöglichen, die nicht vom Staat als gemeinnützig eingestuft sind.

Auch und gerade wenn du keine Politik machen willst, freuen wir uns deshalb, wenn du jetzt semi-verbindlich Interesse bekundest und oder dein Commitment abgibst:

–>Jetzt mit 2 Minuten das Projekt ermöglichen<—

FAQ zum Losen

„Können wahllos gewählte Menschen besser Politik machen als mit Abstimmung gewählte Politiker?“

Es stellt sich heraus: ja! Zum Einen sind sie deutlich freier von externen Einflüssen und zum Anderen haben sie im Schnitt Eigenschaften, die sie zu repräsentativeren, menschlicheren Lösungen führen.

1. Unabhängig von der Person, die gewählt wird, funktioniert Lobbybeinflussung sowie die Logik der Kompromisskette eines Politikers vor allem über Wiederwahl. Die öffentliche Meinung oder aber die Parteimeinung zu den Vorschlägen und Abstimmungen eines Politikers sorgen dafür, dass er oft nicht nach seinem Gewissen abstimmen kann. Wer sich Gedanken darüber macht, wie seine Entscheidung seine mögliche Wiederwahl (und damit auch sein Potential Gutes zu tun) beeinflusst, ist nicht frei im Denken und Handeln.

2. Welche drei Eigenschaften hast du, die als Politiker zu guten Entscheidungen beitragen würden?

Schaut man sich an, welche Eigenschaften einer sinnvollen Entscheidungsfindung zuträglich sind und ob diese Eigenschaften dabei helfen Politiker zu werden, dann stellt man fest, dass  das Verhältnis unausgewogen ist. Allein, dass Menschen sich zur Wahl stellen müssen, sortiert viele Menschen aus, die wertvolle Beiträge im Politikprozess leisten würden. Wird Ihnen jedoch per Los das Amt angeboten, nehmen sie es üblicherweise an.

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„Sind die dafür qualifiziert?“

Was für eine Qualifikation oder Ausbildung benötigt ein Politiker? Es gibt in Deutschland keine Ausbildung, um Politiker zu werden und nur ein kleiner Teil von Bundestagsabgeordneten besteht aus tatsächlichen Experten in einem Gebiet. Der Politikprozess funktioniert auch aktuell hauptsächlich über die Anhörung und Evaluierung von Expertenmeinungen sowie Diskussionen dazu. Experten direkt Macht zu geben, ist nicht allzu schlau. Zum Einen stellt sich die Frage, wer die Experten nach welchen Kriterien auswählt und zum Anderen entstehen dabei einseitige Betrachtungen und Plutokratie wird schnell Oligarchie.

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„Dann kommen doch Dumpfbacken an die Macht!?“

Jegliches Amt im Politikprozess, sei es als Abgeordneter oder „nur“ als Teilnehmer eines Volkskonvents, kommt mit einer Verantwortung, die man bei der Annahme des Amtes auch spürt. Wer sich dazu nicht geeignet sieht, lehnt diese ab. Wenn nun Menschen eine Meinung haben, die man selbst nicht nachvollziehen kann, macht es diese Meinungen noch nicht schlecht und vor allem heißt es nicht, dass sie nicht diskutiert werden sollten. Bei einem Blick auf die Sitze im Bundestag würde wohl kaum jemand sagen, dass die Quote aktuell gut ist.

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"Und wenn dann zufällig unrepräsentative Quoten geschaffen werden?"

Das Thema Repräsentantenwahl per Los ist gut erforscht und Umsetzungen enthalten üblicherweise Quotenregeln für Geschlecht, Alter und Regionen, sodass keine Überrepräsentation geschehen kann. Des Weiteren erhöht die Zahl der gelosten Vertreter die Wahrscheinlichkeit auf eine ausgewogene Verteilung und schafft bereits bei überraschend wenig VertreterInnen ein sinnvolles Abbild der Bevölkerung. Bereits 100-400 Menschen sind ausreichend für leicht annehmbare Quoten.(5-10 % Fehlervarianz = Über/Unterrepresäntation)

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„Würde dann nicht Chaos ausbrechen?“

Unser Plan ist es nicht, alle Politiker durch per Los gewählte Bürger auszutauschen. Wir sind uns lediglich bewusst, was für ein Potential dieses Thema hat. Ein politisches Ziel für 2025 könnte es durchaus sein, die Hälfte der VolksvertrerInnen zu losen. Doch das wäre ein großer Schritt und wir wollen weder überstürzten Wandel noch fixe Konzepte von Politikmethoden umsetzen.
Wir wollen Alternativen erforschen und testen. Weiterhin sollten mit den Mitteln der Regierung Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen unterstützen werden, die unabhängig vom Machterhalt der Entscheider sind.

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